Vokabeln lernen mit Karteikarten oder doch lieber mit einer App?

Karteikasten oder Vokabel-App: Was ist besser?

Wie kann ich mein Kind oder meinen Schüler beim Englisch lernen unterstützen?

Diese Frage stellen sich Eltern, wenn es beim Sprössling mit der ersten Fremdsprache losgeht. Vor allem, wenn bekanntermaßen eine LRS vorliegt. Gibt es Vokabel-Strategien, die besser oder weniger gut geeignet sind?

Och, wir warten erst einmal ab

Zu hoffen, das wird schon irgendwie werden mit den Vokabeln, ist jedenfalls keine gute Strategie.

Lieber von vorneherein auf eine sinnvolle Strategie setzen, bevor Lernfrust und Lernblockaden einsetzen.

Insbesondere bei LRS, aber auch bei allen anderen Lernschwierigkeiten, die schnell in eine Überforderung führen, lohnt es sich von Anfang an strukturiert zu üben.

Grundsätzliches, egal ob mit oder ohne App

Einige Punkte sind allgemein wichtig, wenn ich Vokabeln lerne. Essenziell ist der Aspekt des Multisensoriellen Lernens, das Lernen mit allen Sinnen:

  • Nicht lautlos üben, sondern laut mitsprechen und mithören.
  • Bewegung, z. B. durch Gesten oder einen Ball hin und her werfen beim Abfragen.
  • Visualisieren durch Zeichnungen.
  • Aber auch Emotionalisieren, durch witzige Eselsbrücken, hilft die Vokabeln langfristig zu verankern.

Und ganz entscheidend: die Kraft der Routine nutzen. Täglich 10 bis 15 Minuten (3- bis 5-mal pro Woche) üben.

Und bei LRS/Legasthenie nicht mehr als 3 bis 7 neue Wörter pro Tag.

Wer kann mehr? App oder Karteikarten?

Ob Vokabelkasten oder App, beide Wege führen zum Ziel. Die Bedürfnisse und Geschmäcker sind verschieden, doch ich versuche einige Empfehlungen zu geben. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile.

Die besten Vokabel-Apps

  • Zum einen zieht bei den Vokabel-Apps der Coolness-Faktor: Vokabeln lernen mit einer App zieht natürlich mehr als der olle Karteikasten.
  • Die meisten Apps arbeiten übrigens nach dem Karteikasten-Prinzip: Leichte Wörter wandern ins nächste Fach, schwere Wörter bleiben vorn und werden dadurch häufiger wiederholt.
  • Persönliche Notizen sind nicht möglich.
  • Auswahl eines Grundwortschatzes ist meines Wissens nicht möglich.
  • Noch mehr Bildschirmzeit und Elektrosmog

Ich selbst arbeite in der Lernpraxis nicht mit Apps, habe aber von Eltern über verschiedenen Apps positives mitgeteilt bekommen. Obwohl diese nicht speziell auf LRS zugeschnitten sind: Die Einstellungen sind sehr variabel und somit hilfreich.

Hier die App-Kandidaten, die andere Eltern positiv beurteilen

  • Phase 6: Dort kauft man die Vokabeln der Schulbücher. Hat den Vorteil, dass bereits verschiedene Englisch-Schulbücher in der App hinterlegt sind. Vorher prüfen, ob eures dabei ist.
  • Cabuu: (hat eine kostenlose Probeversion) Vokabeln sind in einer großen Datenbank hinterlegt, so dass neue Wörter nicht selber eingetippt werden müssen. Cabuu arbeitet multisensoriell und kombiniert Karteikastensystem mit anderen lernförderlichen Algorithmen.
  • Quizlet: kostenlose Probeversion
  • Duolingo: kostenlos, weil wissenschaftlich gefördert.

Empfehlungen für Karteikarten

Karteikarten sind immer noch eine hervorragende Methode zum Vokabeln trainieren, falls du dich gegen eine App entscheidest.

  • Es gibt genügend Platz für eigene Notizen, Eselsbrücken und Zeichnungen. Ich kann die Größe selbst wählen, A8 oder A7.
  • Wenn es an das Wiederholen der Wörter geht, kann ich selektieren. Brauche ich budgie (Wellensittich) für meinen Grundwortschatz? Nicht unbedingt. Dann darf die Karte aussortiert werden. Stattdessen konzentriere ich mich lieber auf wichtige Wörter, die immer wieder vorkommen.
  • Beim Wiederholen von Wörtern, kann ich sortieren: Nach Schreibweise, nach Themen, nach Verben und spezielle Wörter aussortieren.
  • Die Eltern sollten den Vokabelkasten auf jeden Fall auf Rechtschreibung kontrollieren, damit sich nicht Fehler einschleichen.
  • Sehr beliebt für das Training mit Karteikarten ist das Pyramidenspiel.

Im Vokabel-Meer schwimmen lernen ist für manche Kinder sehr schwer

Deshalb ist es wichtig, langfristig auf einen Grundwortschatz zu setzen. Nach dem ersten halben Jahr fängt das Wiederholen der Vokabeln an. Und oftmals erschlägt der Anblick des Meeres an Vokabeln den Schüler von vorneherein.

Die Rettungsweste: der Grundwortschatz mit den häufigsten und wichtigsten Wörter

Ein sicherer Grundwortschatz ist wie eine Rettungsweste, um im riesigen Vokabel-Meer sicher schwimmen zu lernen. Beim Einsatz von Karteikarten können die Eltern mithelfen, sich auf häufige Wörter zu konzentrieren, und sehr spezielle Wörter aussortieren.

  • Und meine persönliche Empfehlung – einzigartig & unerreicht: die Grundwortschatz-Karten von Alfi & Betti

Wie wäre es in Kombination?

Lernen ist kein schwarz-weiß und ich darf meine Erfahrungen mit verschiedenen Methoden machen. Es kann sinnvoll sein, beides zu nutzen.

  • Die App für die aktuellen Vokabeln.
  • Den Karteikasten für spezielles wie für neue Grammatik-Formen und unregelmäßige Verben (die lassen sich dann schön nach Lautgruppen sortieren).

Möglich wäre auch, einfach mit Karteikarten zu beginnen und später zu einer App zu wechseln.

App vs. Karteikarten?

Egal, welche Variante ich wähle, zentral für ein nachhaltiges Vokabeltraining ist die Regelmäßigkeit und dass ich ein bisschen Bescheid weiß über gehirnfreundliches Lernen. Dazu findest du noch mehr in meinem kostenlosen Ratgeber.

Wenn ihr noch Fragen oder Anregungen zum Thema “App oder Karteikarten” habt, schreibt mir einfach an mj@lrs-meetz-englisch.de.

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