Wo de Hag am niedrigschde isch, da goht’s Pferdle nom.

Frei aus dem Badischen:
Wo der Zaun am niedrigsten ist, da geht’s Pony drüber.

Am Anfang war …

eine Lerntherapeutin, es schrieb das Jahr 2010. Die Lernpraxis bekam immer wieder Anfragen von Eltern, ob es nicht bei Englisch-Problemen in der Sekundarstufe auch Unterstützung für ihre Kinder gäbe. Diese Kinder hatten bereits bei uns eine LRS-Förderung während der Grundschule erhalten.

Nachhilfe reicht nicht

Damals startete ich, Schüler mit LRS/Legasthenie in Englisch gezielt zu fördern.Ich hatte bereits Erfahrung in Englisch-Nachhilfe gesammelt und nahm die Herausforderung gerne an. Heute gibt es glücklicherweise mehr Fortbildungen zum Thema, damals war Legasthenie & Englisch noch ein Waisenkind. Ich wälzte zunächst die Literatur zum Thema, allen voran Günther Nieberles „Englische Rechtschreibung – Problem deutschsprachiger Schüler“. Es gab bereits Übungsmaterial für die Lautlehre und Rechtschreibung, doch bei den ersten Fünftklässlern, die da vor mir saßen, war die Rechtschreibung noch das, was am besten klappte. Vielleicht lag es daran, dass diese Kids ein intensives Merkwort-Training gewohnt waren.  Diese Technik lässt sich auch für das Vokabel lernen anwenden. Dennoch haperte es an vielen Stellen.

Ein Fass ohne Boden

Die Grammatik und das Sprachverständnis überhaupt waren eine großes Problem. Bei Noah H., fünfte Klasse, ergab sich bei einer ersten Diagnose, dass er nach zwei Monaten Englischunterricht die Sprachverwandtschaft des Deutschen und Englischen nicht verstanden hatte. Er schwamm so mit, verstand fast nichts und war völlig überfordert.

Selber machen oder machen lassen?

Ich saß da und hatte keine Übungsmaterialien für die Grammatik. Zugegeben, zu Beginn meiner Lerntherapie-Ausbildung war ich nicht sonderlich darauf erpicht, Übungsblätter selber zu erstellen. Dank meiner Mentoren, die hochwertige Arbeitsblätter sozusagen am Fließband erstellten, konnte ich diesen Widerstand loslassen. Ich begann also eigene Englisch-Grammatikübungen zusammenzustellen. Im Mai 2019 war mein Konzept dann reif für die Öffentlichkeit: englische Grammatikübungen für Legastheniker als kombiniertes Grundwortschatz-Training – einfach und auf das wesentliche reduziert.